Anbautipps - KolonieBäketal

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Anbautipps

Tipps zu Aussaat, Anbau, Pflege, Verarbeitung, Pflanzenschutz sowie zu weiteren Gartenarbeiten im Jahresverlauf

Januar Februar

Kohlernte: Die meisten Kohlarten brauchen etwas Frost, um Genussreife zu entwickeln, d.h. sie schmecken dann lieblicher/süßlicher. Besonders gilt dies für Grünkohl und Rosenkohl. Beide werden im Frühjahr angebaut, sollten gut gedüngt werden und möglichst im Juni mit feinmaschigen Netzen abgedeckt werden, um den Befall mit weißer Fliege zu vermeiden (passiert es dennoch, kann man später beim Kochen des Kohls mit Essig im Wasser versuchen, die Fliegen vom Blatt zu trennen; im nächsten Jahr sollte besser der Kohlanbau ausfallen, da die Fliegeneier an den Kohlwurzeln überwintern).  
Ernte: Ende November bis Ende des Winters
Verarbeitung: Klassisch als "Grünkohl mit Pinkel", d.h. Grünkohl kleingeschnitten, mit Speck gekocht, dazu Berliner Knacker (ähnlich wie Pinkelwurst) bzw. Kassler und Kartoffeln.

Vorziehen (auf dem Fensterbrett): Ende Februar können Paprika, Chillis und Auberginen an einem hellen, warmen Ort vorgezogen werden. Sie wachsen langsamer und sind dann im Mai groß genug, um in den Garten gepflanzt zu werden. Jeweils 2 Samen (von denen nur der stärkere wachsen darf) in einen kleinen Topf oder in aufgequollene Torftabletten geben oder die Samen direkt in Aussaaterde streuen; anfangs mit Frischhaltefolie abdecken und entweder jeden Tag mit Wasser besprühen oder alle 2 Tage etwas gießen; wenn die Keimlinge mehrere Blätter haben, hilft das Pikieren (d.h. Umpflanzen), damit sie neue, starke Wurzeln bilden.

Kompost ausbringen: Wenn der Frost aus dem Boden ist, kann Kompost auf den Beeten verteilt werden, v.a. auf denen, die zum Gemüseanbei dienen sollen. Eine Schicht von mehreren Zentimetern Kompost aufbringen und etwas einarbeiten; die Regenwürmer tragen dazu bei, den Boden zu vermengen und zu erneuern. Vorsicht: Wenn der Boden noch feucht und klebrig ist, wozu der Boden in unserer Kolonie neigt (ehemaliges Flusstal mit lehmigem Boden), dann sollte man die Beete noch nicht betreten.

Bäume und Sträucher beschneiden: Ob dieser Zeitpunkt gut ist, dazu gibt es unterschiedliche Meinungen, aber er ist der traditionelle, weil die Gehölze noch nicht im Saft stehen. Information unter Info-Medien sowie speziell für etwas größere Bäume in Streuobstwiesen; in  Videos wird anschaulich der Schnitt eines jungen Baums erläutert.


März April

Aussaat im März:
als "Vorfrucht" zu allen Gemüsen, die erst ab Mai ins Beet kommen: Spinat (gut als Salat), Rübstiel/Stielmus, Radieschen, Salate, Ruccola, Lauchzwiebeln, Steckzwiebeln, Porree.
Vorziehen: Tomaten, Broccoli, Knollensellerie, Gemüselfenchel, Honigmelonen.

Aussaat im April:
Erbsen, Möhren, Pastinaken, Rote Beete, Mairübe, Knoblauch, diverse Kohlsorten, Mangold, Chicorée, Kartoffeln
Vorziehen: Kürbis, Zucchini, Gurke; auch bei manchen Kohlsorten und Bohnen empfiehlt sich das Vorziehen, damit sie nicht von Schnecken im Jungstadium "abgeerntet"werden.


Mai

Aussaat: Bohnen, Mais

Auspflanzen: Tomaten, Auberginen, Paprika, Chili, Kürbis, Zucchini, Gurke, Honigmelonen, Knollensellerie, Gemüselfenchel.

Anhäufeln: Kartoffeln, Porrée, Kohlpflanzen

Schädling Kirschessigfliege: Leider inzwischen sehr verbreitet und mit großen Folgen, befällt weichschaliges Obst und Wein kurz vor der Reifezeit; kann durch das Aufstellen von Fallen ab Mai (einige Exemplare sind schon dann unterwegs) erkannt und reduziert werden: Plastikbehälter mit Deckel, z.B. kleine Flaschen und Joghurtbecher, etwa zu ein Drittel mit Wasser und zur Hälfte Apfelessig (keine anderen Essigsorten!), evtl. etwas Rotwein und einem Tropfen Spülmittel füllen; 2-3 mm große Löcher bohren und an mehreren Stellen in der Nähe von Beerensträuchern aufstellen; wöchentlich konrollieren und die Flüssigkeit nicht im Garten ausgießen, sondern im Klo entsorgen. Einige Wochen vor der Reife kann man engmaschiges Netz über Kulturen (wo es geht, z.B. bei Erdbeeren) ausbreiten, um Befall zu verhindern; immer alles abernten und befallene Früchte über den Hausmüll (auf keinen Fall in den Koloniesammelbehältern!) entsorgen.  
weitere Infos/Tipps vom Julius Kühn-Institut (Bundesforschungsintistitut für Kulturpflanzen)



Juni Juli

Aussaat: Buschbohnen, Knollenfenchel, wärmeliebende Salatsorten (z.B. Radicchio)

Ernte:
- Beeren: Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Jostabeeren, Brombeeren, Blaubeeren ...
- Gemüse: Gurken, Kürbis, Kürbis Rondini, Zucchini, Tomaten, Auberginen ...
- Zwiebeln: ausgraben und vollkommen trocknen lassen; Knoblauch: je nach Sorte frisch verbrauchen
Tipps zur Verarbeitung s. Aug. Sept. Okt.

Kontrolle/Bekämpfung von Schädlingen/Krankheiten:

- bei Kohlpflanzen: weiße Fliege, Kohlweißlinge ... (Kulturschutznetz)
- bei Kartoffeln: Kartoffelkäfer (absammeln)
- Schimmel, Pilzbefall: Besprühen mit (selbst hergesteller Brühe) von Ackerschachtelhalm

Pflege von Blühpflanzen:

- vertrocknete Stängel von Frühjahrsblühern entfernen
- vertrocknete Blüten von Rhododendron vorsichtig abknipsen
- verwelkte Blüten von Rosen entfernen (bei Kletterrosen nicht unbedingt nötig)
- Tomaten: ab Fruchtreife die Pflanzen mit transparentem Dach abdecken, um Braunfäule zu vermeiden

Düngen:

- Tomaten: organischer Dünger (ideal: Pferdemist) oder selbst hergestellter Brennesseljauche (10-fach verdünnt)
- andere Gemüsearten, Kartoffeln: organischer Dünger



August September Oktober

Aussaaten auf abgeernteten Beeten: Spinat, Chinakohl (bis Ende August) sowie Feldsalat, Phacelia (bis Ende September)

Ernte:
- Kräuter: in der Laube zum Trocknen aufhängen
- Beeren: evtl. zunächst eingefrieren und später verarbeiten

Verarbeiten von Beeren und saftigen Früchten zu:
- Marmelade: Früchte im Ganzen oder passiert mit Zucker 1:1 oder1:2 aufkochen, nach 3-4 Minuten in Gläser abfüllen
- Saft: mit Dampfentsafter unter Zusatz von Zucker; mit der Fruchtpresse (begrenzt haltbar)
- Sirup: Früchte mit Wasser (etwa ein Drittel der Menge) mehrere Minuten kochen, durch Tuch passieren, den Saft mit Zucker (eine Hälfte der Menge) aufkochen, in Flaschen abfüllen
- Likör: Früchte mit gleicher Menge Zucker aufsetzen, dann mit mind. 32% Alkohol bedecken, nach einigen Wochen durchseihen, in Flaschen abfüllen
- Trocknen: mit Dörrgerät oder Backofen
- Eiszubereitung: Früchte (ggf. passiert) mit gleicher Menge Zucker mixen, mit geschlagener Sahne mischen (ggf. mit Eismaschine)


November Dezember

Chicoréetreiberei: Anbau im Warmen von Gemüse, das ab April im Garten angebaut wurde - Wenn im Oktober die Pflanzen große Blätter bekommen haben, zieht man sie samt der Wurzel aus der Erde, schneidet den Großteil der Blätter ab und lässt die Wurzeln einige Tage liegen, bis die Schnittflächen trocken sind. Dann füllt man einen Eimer mit Gartenerde und steckt einige Wurzeln (2-7 Stück, je nach Dicke) so tief in den Eimer, dass nur einige Zentimer rausschauen. Den Eimer stellt man in einen Raum mit Zimmertemperatur und deckt ihn mit einem umgedrehten Blumentopf ab. Ca. 1x/Woche sollte man die Wurzeln etwas gießen, dann treiben die Wurzeln bald aus.

Ernte: nach ca. 3 Wochen ist der Chicorée erntereif. Hat man mehr Wurzeln geerntet, als man gleichzeitig treiben kann, können die Wurzeln, in Küchenpapier gewickelt, mehrere Wochen im Kühlschrank zwischengelagert werden. Chicorée schmeckt lecker als knackiger Salat, mit Stückchen von Mandarinen oder Orangen und Sahne, oder als Gemüse.

Weitere Ernten: Topinambur, Meerettich, Porrée, Feldsalat, Salat Rouge Metis (Asiasalat mit Senfgeschmack)




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